Mag. Stephan Fock, MA
Psychotherapeut und Psychoanalytiker

 

"Psychoanalyse geschieht dort, wo zwei Bereiche des Spielens sich überschneiden: der des Patienten und der des Therapeuten. Psychotherapie hat mit zwei Menschen zu tun, die miteinander spielen. Hieraus folgt, daß die Arbeit des Therapeuten dort, wo Spiel nicht möglich ist, darauf ausgerichtet ist, den Patienten aus einem Zustand, in dem er nicht spielen kann, in einen Zustand zu bringen, in dem er zu spielen imstande ist."
Donald Winnicott, 1971

 

Im Mittelpunkt meiner Arbeit als Psychotherapeut steht das Erleben im Hier und Jetzt als Moment der therapeutischen Beziehung, und ein Prozess gemeinsamen Verstehens der Geschehnisse in dieser Beziehung. Dieser Prozess fördert und entwickelt emotionale und Denk-Fähigkeiten wie Symbolisierung, die wiederum ermöglichen Erlebtes und Erlittenes als Ursachen aktueller Leidenszustände und Störungen gefühlsmäßig zu erreichen. Dadurch wird das aktuelle Leiden gelindert oder geheilt.

Wie arbeite ich also? Wie Donald Winnicott in obigem Zitat versteht auch der Psychoanalytiker Massimo Vigna-Taglianti (2014) Spielen als „ein unentbehrliches Werkzeug, um den Patienten wirklich im zentralen Kern seines Leidens, das zuvor nicht gedacht werden konnte, zu erreichen“. Spielen wird dabei als Metapher für das Ausprobieren von Gefühlen im intermediären Raum zwischen Analytiker und Patient gesehen. Dementsprechend wird Deuten in der gegenwärtigen Psychoanalyse nicht mehr als Geben von Deutungen verstanden, es ist vielmehr, „ein Verkörpern bestimmter Personen und Rollen aus der Geschichte und der inneren Welt des Patienten“. 

Indem der Analytiker am Spiel der Patientin teilnimmt, ermöglicht dies dem Analytiker auf eine „nicht-intrusive“ Weise mit der Patientin in Kontakt zu treten, die auf allen Ebenen ihres Fühlens und Denkens stattfindet. Mit der Zeit entsteht ein Raum zwischen beiden Beteiligten, „in dem der analytische Prozess zu einer wirklich neuen Möglichkeit werden kann, um das seelische Leiden des Patienten zu heilen“.

Vigna-Taglianti, M. (2014). Brüche: Wenn Zerbrochenes wieder zusammengefügt wird – Vernähen durch Spielen. EPF Bulletin 68: 229 – 250. 

Winnicott, D. (1971). Playing and Reality. London: Tavistock.